Besuch der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung

By | 27. Februar 2016

Wir haben einen unserer Spitzenkandidaten gezwungen, die 49. öffentliche Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main zu besuchen, und er durfte nicht raus, bevor sie offiziell beendet wurde. Hier ist sein Bericht:

Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung

Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung

Die letzte öffentliche Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt (West). Ich sitze auf der Zuschauertribüne und beobachte diese längste Wahlkampfveranstaltung, die ich bisher besucht habe. Zitate daraus, die auf alle Parteien, die ans Redepult durften, zutreffen : „Blablabla – wir sind super – blablablub – ihr seid doof – blablabla – immer besser als ihr – blablablub – werden Wahlen gewinnen *klatschenvielklatschenimmernurvondereigenenpartei*“ und sich 6 Stunden lang so oder so ähnlich wiederholten. Nach 2 Stunden lade ich mir ein Foto von einem Laib Brot aus dem Internet auf mein Smartphone, um es mir gegen die Langeweile anzusehen. Ich sehe mir eine Stunde lang Brot an. Im Vergleich zu den Reden der Stadtverordnetenversammlung ist das ein Abenteuer, Unterhaltung vom Feinsten, so wie Base-Jumping oder S-Bahn-Surfen. Ich habe mich an Brot sattgesehen, mein Magen knurrt, ein Döner wäre jetzt sehr gut. Aber ich darf nicht raus und drinnen darf man nicht essen. Ich möchte mir ein Motivations-Bier aufmachen, ich werde vom Sicherheitsdienst daran „erinnert“, dass auch trinken verboten ist. Na gut, atmen ist erstaunlicherweise erlaubt, also beschäftige ich mich die restliche Stunde einfach damit. So, vier Stunden sind vorbei, ich höre einer Rede zu „Blablabla – wir sind super – blablablub – ihr seid doof – blablabla – immer besser als ihr – blablablub – werden Wahlen gewinnen *klatschenvielklatschenimmernurvondereigenenpartei*“ dann gehe ich auf die Toilette und trinke sehr schnell einen Liter Motivations-Bier. Ich bin nun wieder erfrischt und motiviert und höre mir noch eine Rede an: „Blablabla – wir sind super – blablablub – ihr seid doof – blablabla – immer besser als ihr – blablablub – werden Wahlen gewinnen *klatschenvielklatschenimmernurvondereigenenpartei*“ Ich entscheide mich zur weiteren Belustigung noch einmal dazu, Brot anzusehen. Ich sehe mir eine Stunde lang das Foto von dem Laib Brot an. Danach gehe ich auf die Toilette und trinke sehr schnell noch eine Dose Motivations-Bier. Als ich zurückkomme ist der letzte Redner am Pult, er ist mit seiner Rede fast fertig „ … immer besser als ihr – blablablub – werden Wahlen gewinnen *klatschenvielklatschenimmernurvondereigenenpartei*“ Die Versammlung wird jetzt offiziell beendet, alles Weitere wird vertagt oder soll schriftlich nachgereicht werden. Ich höre nicht weiter zu und lösche das Foto von dem Laib Brot. Ich darf raus – freue mich auf Döner. Mein ganz klares Resümee: Ohne eine starke Die-PARTEI-Fraktion ist Frankfurt dem Untergang geweiht! Und das ist mein Ernst und keine, ich wiederhole, keine Satire! Mahlzeit.