Artenkritischen Begehung des Frankfurter Zoos

By | 29. Februar 2012

Viele, viele kamen an einem strahlenden Vorfrühlingstag zur ersten Artenkritischen Begehung des Frankfurter Zoos.

Unsere Forderung: Mehr kleine und niedliche Tiere in den Zoo! Weg mit übelriechenden und nicht mehr zeitgemäßen Tieren!

Zooführung

Großes Interesse an der Artenkritischen Zooführung (Foto: ohobby.de)

Nachdem von Biologenseite festgestellt wurde, dass das Zebra dem Pferd weitgehend ähnlich, das Pferd indes lt. Daniil Charms „ein widerwärtiges Tier“ ist, wurde mit großer Abstimmungsmehrheit die Überstellung der Zebras in den Opel-Zoo beschlossen. Nachdem die in Sträflingskluft angetrabten Kameraden sich dies weitgehend teilnahmslos angehört hatten, führten sie nun plötzlich, als ob das Urteil noch revidierbar gewesen wäre, kleine Kunststückchen auf. Da war es aber freilich schon zu spät.

Gehen mussten auch die Bongos – da weiß ja keiner mehr, ob Tier oder Trommelinstrument. Niedlich waren sie auch nicht. Wenn die Fa. Opel für die anfallenden Transporte in den Opel-Zoo ein Fahrzeug sponsern würde, um so besser. Sonst müssen die Bongos halt in den Taunus laufen.

Im Giraffenhaus herrschte drangvolle Enge und große Hitze. Hier wurde schon aus rein humanitär-veterinären Gründen fast einstimmig die Übersiedlung in den Opel-Zoo beschlossen. Nicht zuletzt auch wegen der irrsinnigen Heizkosten. Es sei denn, man fände ein freies Hochhaus in Frankfurt, dann könnten sie dort friedlich vom 1. – 6. Stock leben.

Ausgesiedelt werden sollten auch die degenerierten Eltern dieses voraussichtlich bald degenerierten Kindes, das beim Zoobesuch, vor dem Bonobo-Gehege geparkt, mit einem Dschungeltrickfilm sediert wurde. Die Bonobos rammelten trotzdem weiter – und dürfen also bleiben.

Ausgemachte Sache war die „Ausschaffung“, wie man in der Schweiz sagen würde, der Nilpferde. Das Becken indes war bereits leer, die Dickhäuter hatten wohl schon Wind von der Aktion bekommen und sich mitsamt ihrer trüben Brühe hinauf in den Opel-Zoo gemacht. Ob auch sie das zu Rate gezogene Standardwerk von Eckhard Henscheid gelesen hatten: „Welche Tiere und warum das Himmelreich erlangen können“?

Die Pinguine gaben – ebenso wie die Erdmännchen und die Erdferkel – eine meisterhafte Niedlichkeits-Performance und haben sich ihr Bleiben hoch verdient.Sie sollten sich kräftig vermehren, sobald sie ein größeres Gehege bekommen haben.

Paviane von Hinten

Die Paviane auf dem Weg in den Opelzoo

Unvermeidliches Ende der Begehung: Der mehrheitlich beschlossene Auszug der Paviane. Die nahmen den Entscheid, wie man es von ihnen kennt: mürrisch, launig bis großkotzig – weshalb sie die versammelten Zoofreunde denn auch nur noch von hinten sehen wollten. Ein Anblick, den uns die rüpelhaften Rotärsche denn auch zum Abschied gestatteten.

Einen herzlichen Dank für die teleologisch-theologischen Handreichungen an Eckhard Henscheid und für die schönen Fotos an Bridget Halpin, Mie Ze, Jan Suchland, Oliver Ramstedt/ohobby.de und Christian Scheeff.